1000 Sternschnuppen pro Stunde: Astronomen erwarten wahres Feuerwerk | Wissen – Frankfurter Rundschau

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Die Sternschnuppen der Alpha-Monocerotiden sind normalerweise unauffällig und wenig ergiebig. Doch dieses Jahr könnte das anders sein. Astronomen erwarten bis zu 1000 Sternschnuppen pro Stunde.

Einige Male im Jahr kreuzt die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne eine Staubspur, die ein Komet hinterlassen hat. Das Ergebnis kennt jeder: Sternschnuppen. Die bekanntesten Sternschnuppen-Ströme sind die Perseiden im August, die Sternengucker meist bei angenehm warmen Temperaturen genießen können. Bis zu 110 Sternschnuppen pro Stunde sind bei perfekten Bedingungen zu erwarten. Auch die Geminiden sind bekannt. Sie sind der stärkste Meteorstrom des Jahres und erreichen ihr Maximum von bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde am 14. Dezember.

Von solchen Fallraten kann man beim Sternschnuppen-Strom der Alpha-Monocerotiden im November nur träumen. Normalerweise liegt die „Zenithal Hourly Rate“ (ZHR) – die Zahl der Sternschnuppen, die man bei perfekten Bedingungen innerhalb einer Stunde maximal sehen kann – bei etwa fünf. Doch gelegentlich erhöht sich diese Rate explosionsartig. In den Jahren 1925, 1935, 1985 und 1995 gab es plötzlich deutlich mehr Sternschnuppen zu sehen.

Bis zu 1000 Sternschnuppen pro Stunde – Astronomen sagen Sternschnuppen-Sturm vorher

Mehr als 1000 Sternschnuppen pro Stunde zählten Beobachter in den Jahren 1925 und 1935, im Jahr 1985 wurden mehr als 700 Sternschnuppen pro Stunde gezählt und 1995 immer noch etwa 400. Astronomen sagen nun voraus, dass es 2019 wieder einen solchen Ausbruch der Alpha-Monocerotiden geben könnte – vielleicht sogar wieder einen regelrechten Meteor-Sturm mit mehr als 1000 Sternschnuppen pro Stunde.

Vorhersagen dieser Art sind äußerst kompliziert, weshalb es nicht sicher ist, dass es tatsächlich so viele Sternschnuppen zu sehen geben wird. Die Forscher rechnen mit hundert bis tausend Sternschnuppen pro Stunde. Sollte es so kommen, ist das Vergnügen allerdings nur von kurzer Dauer: Das Maximum soll nur etwa 15 bis 45 Minuten anhalten. Erwartet wird es am frühen Morgen des 22. November, gegen 5.50 Uhr.

Tipps zum Beobachten der Sternschnuppen

Wer das sehenswerte Spektakel sehen möchte und sich keine Sternschnuppe entgehen lassen will, der sollte gegen 5 Uhr morgens am 22. November seinen Beobachtungsplatz aufsuchen und etwa eine Stunde Zeit mitbringen. So sollte der Beobachtungsplatz aussehen:

  • Möglichst dunkel: Je dunkler der Beobachtungsort, desto besser. Man sollte möglichst weit vom störenden Licht der Zivilisation entfernt sein, um möglichst viele Sternschnuppen sehen zu können.
  • Freie Sicht: Beim Beobachten von Sternschnuppen sollte man einen möglichst großen Teil des Himmels einsehen können. Deshalb empfiehlt sich ein Beobachtungsplatz mit Rundum-Blick – möglichst ohne störende Bäume oder Häuser am Horizont.
  • Ausrüstung: Eine besondere Ausstattung braucht man zum Beobachten von Sternschnuppen nicht. Je mehr man vom Himmel sehen kann, desto besser.
  • Mitnehmen: Dicke Kleidung, eine Decke, ein warmes Getränk und ein Liegestuhl sind empfehlenswerte Accessoires. Den Liegestuhl empfehlen Profis, weil man sich so gemütlich hinlegen und möglichst viel vom Himmel sehen kann.

So leuchtet der Himmel beim Sternschnuppen-Regen

Die Alpha-Monocerotiden – eigentlich ein unauffälliger Sternschnuppen-Strom

Die Sternschnuppen der Alpha-Monocerotiden scheinen aus der Nähe des Sterns Alpha Monocerotis im Sternbild „Einhorn“ (Monoceros) zu strömen. Daher kommt auch der Name des Sternschnuppen-Stroms. Das Sternbild besteht nur aus schwach leuchtenden Sternen, ist jedoch durch die Nähe zum prägnanten Sternbild Orion und zu den hellen Sternen Procyon im Sternbild „Kleiner Hund“ und Sirius im Sternbild „Großer Hund“ gut zu finden. Die Region ist am frühen Morgen des 22. November im Südosten am Himmel zu finden. Die Sternschnuppen sollten jedoch überall am Himmel auftauchen.

Wie entstehen Sternschnuppen?

Sternschnuppen entstehen, wenn die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne durch eine Region fliegt, in der ein Komet eine Staubspur hinterlassen hat. Das geschieht mehrmals im Jahr und meist weiß man, welcher Komet hinter einem Sternschnuppen-Regen steckt. Die Alpha-Monocerotiden sind in dieser Hinsicht allerdings ungewöhnlich: Niemand weiß, welcher Komet die Staubspur hinterlassen hat, die im November die Alpha-Monocerotiden verursacht. Man weiß jedoch, wie es dazu kommt, dass gelegentlich große Sternschnuppen-Ausbrüche geschehen: Die Erde durchquert dann eine Region, in der ein Komet besonders viel Material hinterlassen hat.

Dieses Material tritt in die Erdatmosphäre ein und ionisiert dort Luftteilchen. Es entstehen mehr oder weniger helle und lange Leuchtspuren, die über den Nachthimmel ziehen – im Fall der Alpha-Monocerotiden ziemlich schnell. Sie erreichen die Erde mit einer Geschwindigkeit von mehr als 60 Kilometern pro Sekunde – das sind 216.000 Kilometer pro Stunde.

Gibt es demnächst Sternschnuppen auf Bestellung?

Sternschnuppen im Jahres-Verlauf

Sternschnuppen kann man zu jeder Jahreszeit sehen. Im Winter gibt es beispielsweise die Geminiden* (Dezember), im Frühjahr unter anderem die Lyriden* (April). Im Sommer sind vor allem die Perseiden* (Juli/August) bekannt, in den Herbst fallen unter anderem die Orioniden* (Oktober). Etwa zeitgleich mit den Alpha-Monocerotiden sind auch die Leoniden* (Mitte bis Ende November mit einem Maximum in der Nacht vom 17. auf den 18. November) aktiv.

Von Tanja Banner

*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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